4. Dezember 2024: Literaturübersetzen zwischen Baltikum und Adria - Margherita Carbonaro im Gespräch mit Eva Wiegmann und Martin Wachter Zur Live-Übertragung auf YouTube
8. Januar 2025: Gar nicht so simpel. Literarisches Übersetzen im Sprachenpaar Französisch-Deutsch - Tobias Scheffel im Bespräch mit Katrin Zuschlag Zur Live-Übertragung auf YouTube
Margherita Carbonaro – 1964 in Mailand geboren, studierte dort italienische Literaturwissenschaft und arbeitete für namhafte Verlage wie Mondadori. In jüngerer Zeit konzentrierte sie sich auf die Übersetzung moderner und zeitgenössischer Klassiker aus dem Deutschen ins Italienische. Zu den von ihr übersetzten Autor:innen zählen Johannes Urzidil, Max Frisch, Hermann Hesse sowie Christoph Ransmayr, Uwe Timm und Terézia Mora. Besonders intensiv setzte sie sich mit Werken von Thomas Mann („Königliche Hoheit“) auseinander, wandte sich zuletzt jedoch verstärkt der politischen Literatur Herta Müllers zu. Zudem ist Margherita Carbonaro auch selbst als Autorin tätig („Das Leben ist hier. Wolfsburg, eine italienische Geschichte“).
Tobias Scheffel – 1964 in Frankfurt am Main geboren, studierte Romanistik, Geschichte und Geographie in Tübingen, Tours und Freiburg/Br. Seit über 30 Jahren arbeitet er erfolgreich als Literaturübersetzer aus dem Französischen. Für seine Übersetzungen erhielt er 2005 den EugenHelmlé-Übersetzerpreis sowie 2011 den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises. Zu den von ihm übersetzten Autor:innen zählen Pierre Lemaitre, Fred Vargas, François-Henri Désérable (mit Claudia Steinitz), Georges Perec, Jacques Roubaud und die Kinder- und Jugendbuchautor:innen Marie-Aude Murail, Timothée de Fombelle und Christian Oster. Neben dem Übersetzen leitet er immer wieder Schulworkshops zum Übersetzen – und lehrt in diesem Wintersemester im Rahmen einer vom Deutschen Übersetzerfonds geförderten Gastdozentur am ftsk in Germersheim.
Gundula Schiffer – geboren 1980, lebt in Köln. Sie ist Dichterin und Übersetzerin, schreibt Lyrik auf Deutsch und Hebräisch. Studium der Komparatistik sowie der hebräischen Sprache und Literatur in München und Jerusalem; promovierte 2010 zur Poesie der Psalmen und absolvierte anschließend den Düsseldorfer Master Literaturübersetzen (Französisch und Englisch). Neben dem Lyrikband Jerusalem-Köln. Süden über meinem Buch (2017) veröffentlichte sie Gedichte in Anthologien, Literaturzeitschriften und Online-Magazinen. 2019 gab sie zusammen mit Adrian Kasnitz die Anthologie Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Deutschland, derzeit ist im Erscheinen ihre Übersetzung von Aharon Appelfeld Lange Sommernächte (Rowohlt Berlin). Sie übersetzt aus dem Hebräischen Romane (u.a. Aharin Appelfeld, Liat Elkayam, Lea Goldberg, Ronit Matalon), populärwissenschaftliche Titel (u.a. Shlomo Sand) sowie Comics (Rutu Modan). Sie lehrt auch am Martin-Buber-Institut für Judaistik in Köln.
Sofia Blind – geboren 1964, Literaturübersetzerin und Autorin. Nach dem Studium in Frankreich, Deutschland und England (Romanistik, Geschichte und VWL) war sie zunächst als Hörfunkjournalistin tätig, v.a. für SWR und WDR. Aus dem Englischen übersetzt sie u.a. Werke von John Lewis-Stempel, Nigel Slater und Helen Jukes. Sie übersetzt auch Bücher aus dem Kunstbereich, beteiligt sich an vielen Ausstellungskatalogen und so arbeitet sie eng u.a. mit dem Hatje Cantz Verlag und dem Prestel Verlag zusammen. Als Autorin hat sie zuletzt bei DuMont Wörter, die es nicht auf Hochdeutsch gibt (2019) und Die alten Obstsorten (2020) herausgebracht.
29. Juni: Heike Flemming: Deutsche Romane aus dem Ungarischen übersetzen. „Herscht 07769” von László Krasznahorkai; Moderation: Julija Boguna Zur Live-Übertragung auf YouTube
Ulrich Pröfrock – geboren 1955 in Wuppertal, mehrmals prämiierter Comicübersetzer aus dem Französischen. Seit den 1990er Jahren arbeitet er mit mehreren Comicverlagen zusammen. 2015 wurde er mit dem Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis ausgezeichnet. Er habe bei seiner Übersetzung der Graphic Novel Quai d’Orsay – Hinter den Kulissen der Macht aus dem Französischen „alle sprachlichen Register“ gezogen, urteilte die Jury. Die mit 12.000 Euro dotierte Auszeichnung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg würdigte damit zum ersten Mal eine Comicübersetzung. 2018 hat der Comic Esthers Tagebücher des franko-syrischen Autors Riad Sattouf in Pröfrocks Übersetzung den Max und Moritz-Preis als Bester internationaler Comic erhalten. Über 30 Jahre lang führte Ulrich Pröfrock in Freiburg die Comic-Buchhandlung „X für Ü“.
Sabine Adatepe – geboren 1963 in Hamburg, studierte dort Turkologie, Iranistik und Germanistik. Nach einigen Jahren in Istanbul lebt sie heute als Literaturübersetzerin und Autorin wieder in Deutschland. Seit 1990 übersetzt sie freiberuflich aus dem Türkischen: Romane, Erzählungen, Essays, Theaterstücke, Sach- sowie Kinderbücher. Zu ihren Autor*innen zählen u.a. Ahmet Ümit, Fakir Baykurt, Bariş Biçakçi, Sema Kaygusuz, Burhan Sönmez und Can Dündar. Als Autorin verfasst sie Romane, führt ein literarisches Blog (https://angeschwemmt.wordpress.com) und moderiert, liest und dolmetscht bei literarischen Veranstaltungen.
Heike Flemming – geboren 1982 in Räckelwitz und in Kamenz aufgewachsen, studierte von 2000 bis 2005 Philosophie in Leipzig und Wien und lebt nach einem Studienaufenthalt in Budapest seit 2007 in Berlin, wo sie als literarische Übersetzerin arbeitet. 2014 promovierte sie an der Wiener Universität über ungarische Literatur. Sie übersetzt vor allem zeitgenössische ungarische Autoren wie László Krasznahorkai, Péter Esterházy und Szilárd Borbély. 2010 erhielt sie zusammen mit László Krasznahorkai den Brücke-Berlin-Preis, 2014 für die Übertragung von Péter Esterházys Roman Esti den Förderpreis zum Straelener Übersetzerpreis und 2021 den Hieronymusring des Berufsverbands der Literaturübersetzer*innen (VdÜ) sowie den Ginko-Biloba Übersetzerpreis für Lyrik. In der Begründung zur Vergabe des Hieronymusring heißt es: „Heike Flemmings Übersetzungen zeugen von einer ungeheuren Sprachlust, von enormer Kreativität und einem äußerst sicheren und kunstvollen Umgang mit der deutschen Sprache.“